Wissenswertes

Im Folgenden haben wir Ihnen Wissenswertes zum Maisanbau in Deutschland zusammengestellt. Weitere Informationen und Grafiken finden Sie auch unter www.maisfakten.de oder in der zusammenfassenden Broschüre, die Sie bei uns bestellen oder hier downloaden können.

    

Worin unterscheiden sich Silo- und Körnermais?    

Auf den ersten Blick sieht Mais immer gleich aus. Silomais wird aber meistens geerntet, wenn er noch etwas grün ist, Körnermais hingegen erst, wenn die Pflanze komplett abgereift und trocken ist. Trockener, brauner Mais auf dem Feld bedeutet also nicht, dass der Mais vergessen wurde. Er wird im späten Herbst als Körnermais geerntet.

Beim Silomais wird die komplette Pflanze, also Stängel, Blätter und Kolben, geerntet, kleingehäckselt und in Silos luftdicht als Silage konserviert. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit der Herstellung von Sauerkraut. Die Silage kann so das ganze Jahr über an Rinder verfüttert oder in Biogasanlagen eingesetzt werden. Bei Körnermais hingegen werden nur die Maiskörner geerntet, der Rest der Pflanze bleibt auf dem Acker zurück und unterstützt so die Humusbildung. Maiskörner enthalten viel Energie und werden von Schweinen und Geflügel gerne gefressen.      

Wofür werden Silo- und Körnermais genutzt?    

Silo- und Körnermais wachsen in Deutschland auf ungefähr 2,6 der 12 Mio. Hektar Ackerfläche. Davon liefern ca. 1,7 Mio. Hektar Futter für Nutztiere und ca. 0,9 Mio. Hektar werden energetisch genutzt (insbesondere in Biogasanlagen). Ein geringer Teil des in Deutschland produzierten Maises wird verwendet, um Maismehl, Maisgrieß, Maisstärke oder Cornflakes zu gewinnen. Hierbei handelt es sich aber in der Regel um Maissorten, die andere Eigenschaften besitzen als der Mais für die Verfütterung. Zum Beispiel findet Maisstärke in vielen Lebensmitteln und als industrieller Grundstoff in zahlreichen Produkten des täglichen Lebens Verwendung, hierzu wird Mais mit einem sehr hohen Stärkegehalt angebaut.     

Futtermais, Zuckermais, Gemüsemais, Popcornmais - Was ist was?    

Hartmais zeichnet sich durch seine runde Kornform aus. Das Korninnere (Endosperm) ist weitgehend hart und glasig, oft wird es auch als hornig beschrieben. Er zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass er zügig wächst, kältetoleranter als Zahnmais ist und früh abreift. Er kann sowohl als Futter als auch als Lebensmittel verwendet werden. 

Zahnmais hingegen reift schneller ab als Hartmais und hat ein weiches Endosperm in der Kornmitte. Bei der Abreife entsteht eine Einsenkung, wodurch er die Form eines Zahns bekommt. Im Vergleich zum Hartmais ist das Ertragspotential etwas höher. Zahnmais wird hauptsächlich als Futtermittel verwendet, er kann aber auch als Lebensmittel oder in der industriellen Produktion eingesetzt werden. 

In Deutschland werden hauptsächlich miteinander gekreuzte Hart- und Zahnmaissorten angebaut, um die jeweiligen Sorteneigenschaften miteinander zu kombinieren. 

Wachsmais hat ein wachartiges Erscheinungsbild. In der Regel besteht Maisstärke zu 73 % aus Amylopektin und 27 % aus Amylose. Beim Wachsmais hingegen besteht die Maisstärke fast ausschließlich aus Amylopektin. Aufgrund dieser Eigenschaft wird Wachsmais zur industriellen Stärkegewinnung genutzt, aber auch in der Lebensmittelherstellung, z.B. als Verdickungsmittel oder Stabilisator. 

Puffmais, auch Popcornmais genannt, ist im Grunde ein kleinkörniger, perlenförmiger Hartmais. Er hat einen hohen Anteil harten Endosperms und eine harte Schale. Während des Erhitzens baut sich im Korninneren hoher Druck auf, der sich explosionsartig entlädt und dabei das Korninnere in Schmetterlings- oder Pilzform entlädt. Zur Abreife benötigt er relativ viel Sonne, daher findet der Anbau insbesondere in Süd-Europa oder Amerika statt. 

Zuckermais wird hauptsächlich zur menschlichen Ernährung genutzt. Er wird auch als Gemüsemais bezeichnet und ist als Kolben oder in Dosen erhältlich. Während der Zucker in allen anderen Maissorten relativ schnell zu Stärke umgebaut wird, ist dieser Prozess beim Zuckermais verlangsamt. Hierdurch behält er seinen leicht süßlichen Geschmack. Seine Anbaugebiete liegen in erster Linie in Frankreich, Spanien oder Ost-Europa. In Deutschland findet der Anbau auf ca. 2.000 ha statt.

Welche „Leistung“ bringt der Mais?

Während Mais in seiner Heimat Mexiko Grundnahrungsmittel ist, wird er bei uns hauptsächlich zur Fütterung von Tieren verwendet. Zuzüglich Eiweiß- und Mineralfutter reicht ein Hektar Mais aus:

  • für die Ernährung von 37 Schweinen oder
  • 7 Mastrindern oder
  • für die Erzeugung von 80.000 Eiern oder
  • 19.000 Litern Milch 

Wird ein Hektar Mais in Biogasanlagen eingesetzt, kann daraus der Jahresbedarf an Energie für ca. 5 durchschnittliche Haushalte gedeckt werden. 

1 Hektar Mais liefert den Jahressauerstoffbedarf für rund 70 Menschen und kann den CO2-Ausstoß von rund 250.000 km Autofahrten „recyceln“. Dabei produziert er ca. 2,5-mal mehr Sauerstoff als ein Hektar Wald.  

 

Ökologische Aspekte des Maisanbaues
  • Mais als sogenannte C4-Pflanze nutzt die Sonnenenergie effektiver als andere Kulturpflanzen. Mais verfügt als C4-Pflanze über ein höheres CO2-Aufnahmevermögen und kann deshalb bei höheren Temperaturen mehr Trockenmasse produzieren. C3-Pflanzen, wie z.B. Getreide, können diesen Vorteil nur durch eine längere Vegetationszeit ausgleichen.
  • Mais besitzt ein effizientes Transpirationssystem, fast keine Pflanze benötigt weniger Wasser als der Mais zur Bildung von Pflanzentrockenmasse und vor allem Energie.
  • Mais verwertet den Stickstoff besonders effizient. Er verbraucht mit 20 kg Stickstoff je 10.000 Megajoule (MJ) Nettoenergielaktation (NEL - Einheit die den Energiegehalt zur Milchproduktion angibt) 20 bis 30 % weniger als andere Kulturpflanzen.
  • Der energiereiche Mais wird besonders zum Ausgleich des eiweißreichen Grünlandaufwuchses in der Fütterung von Rindvieh benötigt, um den tierischen Organismus zu entlasten und die Ausscheidungen zu minimieren.
  • Mais fungiert innerhalb der Agrarlandschaft als „Grüne Brücke“ für Blattläuse und deren unzählige Gegenspieler, die im frühen Sommer aus dem abreifenden Weizen und Raps in die Maisbestände einwandern und trägt so zur Erhaltung der Biodiversität bei.