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Biogas

Kurze Einführung zum Thema Biogas


 

In den Jahren 2004/05 hat sich die Produktion und Verstromung von Biogas zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in der deutschen Landwirtschaft entwickelt. Dies ist nicht zuletzt ein Verdienst der starken Fördermaßnahmen, welche von der Politik veranlaßt wurden. Doch der Betrieb von Biogasanlagen ist weit weniger subventionsbedürftig als die Nutzung von Sonne zur Stromerzeugung, was sich am Vergleich der Vergütungssätze für den produzierten Strom zeigt. Weitere Vorteile von Biogasanlagen gegenüber Photovoltaik- und Windkraftanlagen sind die kontinuierliche Produktion und die Möglichkeit, durch Gasspeicher in Zeiten mit hohem Stromverbrauch einspeisen zu können. Zudem ist eine Biogasanlage weitgehend unabhängig von Witterungseinflüssen.

Ende 2010 sind in Deutschland bereits 5.905 Anlagen in Betrieb. Durch die Zunahme der Biogasanlagen, (vor allem in reinen Ackerbauregionen) steigt der Flächenbedarf deutlich an. Während 2006 noch knapp 160.000 Hektar Mais für die Biogaserzeugung angebaut wurden, waren im Jahr 2008 knapp 300.000 Hektar Mais und im Jahr 2010 ca. 550.000 Hektar, welche in Biogasanlagen verwertet werden.

Das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) aus dem Jahre 2004, sowie dessen Novellierungen 01.01.2009 und 01.01.2012 bieten der Landwirtschaft in Deutschland die Chance, eine noch aktivere Rolle bei der Energieerzeugung zu übernehmen. Vor allem die Produktion von Biomasse ist durch die Gesetzesänderung in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, da bei ausschließlicher Verwendung von Wirtschaftsdünger (Gülle, Mist u. a.) und zugelassenen nachwachsenden Rohstoffen die Energieerzeugung mit einer besonderen Einspeisevergütung gefördert wird.

 

Zum 01.01.2012 wird die nächste Novellierung des EEG in Kraft treten. Im folgenden stellen wir Ihnen die veröffentlichte Fassung der EEG-Novelle zum Download zur Verfügung.

 

 EEG 2012 

 

Die wichtigsten Zahlen zur neuen Einspeisevergütung für Strom aus Bioags haben wir untenstehend in einer Tabelle zusammengefasst.

 

 

Novellierung des EEG zum 01.01. 2012

 

 

 

 

(Cent/kWh)

bis 150 kW

bis 500 kW

bis 700 kW

bis 5 MW

Grundvergütung

(einschl. Mindestwärmenutzung 60%)

14,30

12,30

11,00

Rohstoffvergütung I

(Mais, GPS, etc.)

6,00

6,00

5,00

4,00

Rohstoffvergütung II

(Kleegras, Landschaftspflege, etc.)

8,00

8,00

8,00

Rohstoffvergütung II

(nur für Gülle)

8,00

8,00

6,00

Biomethan-Bonus

3 / 2 / 1 *

 

* Biomethaneinspeisung:

bis   700 cbm / h 3 ct Bonus

bis 1.000 cbm / h 2 ct Bonus

bis 1.400 cbm / h 1 ct Bonus

bis 75 kW

 

Sondervergütung für Anlagen > 80 % Gülle

25,00

 

 Zum Vergleich die Bestimmungen der EEG-Novelle aus dem Jahr 2009.

 

Novellierung des EEG zum 01.01. 2009
 
Anlagen bis 150 kW
11,67 ct/kWh
Anlagen bis 500 kW
9,18 ct/kWh
Anlagen bis 5 MW
8,25 ct/kWh
Anlagen bis 20 MW
Nawaro-Bonus bis 500 kW
7,00 ct/kWh
Nawaro-Bonus bis 5 MW
4,00 Cent
Güllebonus (bei Anlagen bis 150 kW/ bis 500 AkW)
4,00 ct/kWh/1,00 ct/KWh
Landschaftspflegebonus (bis 500 kW)
2,00 ct/kWh
KWK-Bonus*
3,00 ct/kWh
Technologiebonus
2,00 ct/kWh

* KWK-Bonus: für die in Strom umgerechnete Wärme

 

 

In der folgenden Tabelle sind nochmals die wichtigsten Eckdaten des EEG aus dem Jahre 2004 zusammengefasst.

 

Novellierung des EEG 2004
 
Biomasse bis 150 kW
11,50 Cent
Biomasse bis 500 kW
9,90 Cent
Biomasse bis 5 MW
8,90 Cent
Biomasse bis 2A0 MW
8,40 Cent
bei Altholz (Kategorien A III/IV)
3,90 Cent
Bonus für Biomasse bis 500 kW (1)
6,00 Cent
Bonus für Biomasse bis 500 kW (1)
4,00 Cent
Bonus für Biomasse (Holz) bis 5 MW
2,50 Cent
KWK-Bonus für Biomasse (1)(2)
2,00 Cent
2. KWK-Bonus für Biomasse (1)(2)
2,00 Cent
Zeitraum: 20 Jahre; jährl. Degression:(3)
1,5%
(1) Abhängig vom Brennstoff wird ein Bonus je Kilowattstunde gewährt.
Bonus II des Regierungsentwurfs war gedacht für innovative Ansätze.
(2) Das Parlament führte zudem einen Kraft-Wärme-Kopplung-(KWK-) Bonus ein. Jetzt können entsprechende Anlagen, welcheA die entstehende Wärme zu einem gewissen Teil nutzen, bis zu 21,5 Cent erhalten.
(3) Jährliche Garantiepreisanpassung für neu in Betrieb genommene Anlagen.

In den gezielt neu entwickelten Fruchtfolgen zur Erzeugung von Biogas ist Mais die zentrale Pflanze. Der Anbau weiterer Kulturpflanzen und die Nutzung von Teilbrachezeiten durch Zwischenfrüchte tragen zur Kulturpflanzenvielfalt und zur Steigerung der Biomasseerträge je Hektar bei. Das Deutsche Maiskomitee ist aktiv in Projekten involviert.

Mais erbringt nicht nur hohe Biomasseerträge, sondern lässt sich auch gut lagern, einsilieren und vergären und ist daher in besonderem Maße als so genanntes Kosubstrat für die Mitvergärung in landwirtschaftlichen Biogasanlagen geeignet.

 

Eckdaten von Maissilage

 

Biogasertrag / t Frischmasse 170 - 200 cbm
Methangehalt im Biogas 50 - 55 %
Biogasertrag / ha

ca. 8.550 cbm Gas
bzw. 17.100 kWh Strom

 

Über 90 % dieser Anlagen arbeiten bereits als so genannte Kofermentationsanlagen. Am Beispiel der Biogasgewinnung aus Mais lässt sich der oft abstrakte Begriff des Landwirts als Energiewirt besonders gut veranschaulichen. Seinen großen Vorteil gegenüber anderen Kulturpflanzen verdankt der Mais auch seinem sehr hohen Gasbildungspotenzial, das heißt bei seiner Vergärung entsteht ein besonderes methan- und damit energiereiches Gas.

Jedoch ist der Maisanbau und die anschließende Vergärung nicht auf jedem Standort rentabel und sinnvoll. Es gilt, neben dem Ernteertrag auch die KostAen für Anbau, Ernte, Lagerung und Bereitstellung zu berücksichtigen. Des Weiteren muss geprüft werden, inwieweit Integrationsmöglichkeiten in bestehende Betriebsabläufe existieren.

In mehreren Projekten werden die Möglichkeiten zur Senkung der Kosten der Energieerzeugung aus Biomasse, zur Steigerung der Effektivität oder zur Entwicklung neuer Technologien erforscht. Neben der konventionellen Nassvergärung wird mittlerweile verstärkt die so genannte Trockenfermentation in neuen Anlagen eingesetzt. Vor allem in vieharmen Regionen ist durch diesen Fermentertyp ein weiteres Expansionspotential für die Stromproduktion aus Biogas erschlossen worden.

Weitere Forschungsschwerpunkte liegen in der direkten Einspeisung ins Erdgasnetz und in der Entwicklung optimierter Fruchtfolgen für die Biogasproduktion.
Das Deutsche Maiskomitee e. V. (DMK, Bonn) als Organisation für die Landwirtschaft wird die Entwicklung des Maisanbaues zur Energieerzeugung begleiten und stets bemüht sein, der Praxis mit wertvollen Informationen zur Seite stehen.

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