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Biogas

Kurze Einführung zum Thema Biogas


 

In den Jahren 2004/05 hat sich die Produktion und Verstromung von Biogas zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in der deutschen Landwirtschaft entwickelt. Dies ist nicht zuletzt ein Verdienst der starken Fördermaßnahmen, welche von der Politik veranlaßt wurden. Doch der Betrieb von Biogasanlagen ist weit weniger subventionsbedürftig als die Nutzung von Sonne zur Stromerzeugung, was sich am Vergleich der Vergütungssätze für den produzierten Strom zeigt. Weitere Vorteile von Biogasanlagen gegenüber Photovoltaik- und Windkraftanlagen sind die kontinuierliche Produktion und die Möglichkeit, durch Gasspeicher in Zeiten mit hohem Stromverbrauch einspeisen zu können. Zudem ist eine Biogasanlage weitgehend unabhängig von Witterungseinflüssen.

Ende 2016 sind in Deutschland 9.004 Anlagen in Betrieb. Durch die Zunahme der Biogasanlagen, (vor allem in reinen Ackerbauregionen) steigt der Flächenbedarf deutlich an. Während 2006 noch knapp 160.000 Hektar Mais für die Biogaserzeugung angebaut wurden, waren es im Jahr 2008 knapp 300.000 Hektar Mais und im Jahr 2016 ca. 1.000.000 Hektar, welche in Biogasanlagen verwertet wurden.

 

Im folgenden können Sie sich die Novelle des Erneuerbare Energien Gesetztes vom 22.12.2016 herunterladen. Zahlreiche Anpassungen hinsichtlich der Vergütungsmodalitäten und das Ausschreibungssystem erlauben keine pauschale tabellarische Darstellung der Vergütunsgsätze.

 

 EEG 2017


 

Novelle des EEG im Jahr 2014

 

 EEG 2014

 

Die wichtigsten Zahlen zur neuen Einspeisevergütung für Strom aus Biogas haben wir untenstehend in einer Tabelle zusammengefasst.

 

Novellierung des EEG zum 01.08. 2014

Vergütung Cent/kWh

Grundvergütung

           

bis 150 kWel

13,66

 

>150 kWel bis 500 kWel

11,78

 

 >500 kWel bis 5 MWel

10,55

>5 MWel bis 20 MWel

5,85

Güllevergärung

                   

bis 75 kWel

23,73

Bioabfallvergärung

bis 500 kWel

15,26

 

>500 kWel bis 20 MWel

13,38

 

Nach dem EG 2014 gibt es nur noch eine Grundvergütung. Die Einsatzstoffvergütungsklassen I und II, sowie der Gasaufbereitungsbonus fallen weg.

 

Das jährliche Zubauziel für die energetische Biomassenutzung beträgt 100 MW installierte Leistung. Ausgenommen sind Anlagenerweiterungen und Flexibilisierungen.

 

Die 2012 eingeführte verpflichtende Direktvermarktung wird fortgeführt und gilt ab dem 01.08.2014 für alle neu errichteten Anlagen > 500 kWel, ab dem 01.01.2016 dann für alle Neuanlagen > 100 kWel.

 

Ab dem 01.01.2016 wird die jährliche Degression von 2% vierteljährlich mit jeweils 0,5% angewendet. Bei Überschreitung des Zubaudeckels sinkt die Vergütung jedes Vierteljahr um 1,27%, bis der Zubaudeckel wieder eingehalten wird.

 

Um einen flexiblen Anlagenbetrieb zu fördern, wird nur noch die Hälfte der installierten Leistung finanziell gefördert (betrifft alle Neuanlagen > 100 kWel).

In Verbindung damit wird ein Zuschlag für Kapazitäten zur flexiblen Stromerzeugung (Gasspeicher, BHKW, etc.) in Höhe von 40 €/kWel für 20 Jahre und für die gesamte installierte elektrische Leistung gewährt.

 

Für Bestandsanlagen, die die Flexibilitätsprämie nach EEG 2012 bisher nicht in Anspruch genommen haben, bleibt diese erhalten. Sie beträgt weiterhin 130 € pro flexibel zusätzlich installierter Leistung und wird für 10 Jahre gewährt. Der Umfang wird aber ab dem 01.08.2014 auf insgesamt 1.350 MWel begrenzt.

 

Mit dem EEG 2014 wird eine nachträgliche Erweiterung von Bestandsanlagen ohne Flexilisierung begrenzt. Die förderfähige Strommenge ist auf die Höchstbemessungsleistung (die höchste vor dem 01.01.2014 erreichte Bemessungsleistung oder 95% der installierten Leistung) begrenzt.

 

Für Biomethan aus beeits vor dem 23.01.2014 in Betrieb genommenen Biogasaufbereitungsanlagen besteht weiterhin die Möglichkeit Erdgas-BHKW auf Biomethan umzustellen (zu den alten Fördersätzen). Allerdings muss für jedes neue Biomethan-BHKW ein altes mit mindestens derselben Leistung stillgelegt werden.

 

Neuanlagen haben für die Eigenstromversorgung eine anteilige EEG-Umlage abzuführen. Diese beträgt 30% bis zum 31.12.2015, 35% vom 01.01 bis 31.12.2016 und 40% ab dem 01.01.2017. Ausgenommen sind Inselanlagen (kein öffentliches Netz), Kleinanlagen bis 10 kWel und Krafterkseigenverbrauch.

Bestandsanlagen sind unter bestimmten Voraussetzungen von der EEG-Umlage befreit.

 

 

Novellierung des EEG zum 01.01. 2012

 

 

 

 

(Cent/kWh)

bis 150 kW

bis 500 kW

bis 700 kW

bis 5 MW

Grundvergütung

(einschl. Mindestwärmenutzung 60%)

14,30

12,30

11,00

Rohstoffvergütung I

(Mais, GPS, etc.)

6,00

6,00

5,00

4,00

Rohstoffvergütung II

(Kleegras, Landschaftspflege, etc.)

8,00

8,00

8,00

Rohstoffvergütung II

(nur für Gülle)

8,00

8,00

6,00

Biomethan-Bonus

3 / 2 / 1 *

 

* Biomethaneinspeisung:

bis   700 cbm / h 3 ct Bonus

bis 1.000 cbm / h 2 ct Bonus

bis 1.400 cbm / h 1 ct Bonus

bis 75 kW

 

Sondervergütung für Anlagen > 80 % Gülle

25,00

 

  

Novellierung des EEG zum 01.01. 2009
 
Anlagen bis 150 kW
11,67 ct/kWh
Anlagen bis 500 kW
9,18 ct/kWh
Anlagen bis 5 MW
8,25 ct/kWh
Anlagen bis 20 MW
Nawaro-Bonus bis 500 kW
7,00 ct/kWh
Nawaro-Bonus bis 5 MW
4,00 Cent
Güllebonus (bei Anlagen bis 150 kW/ bis 500 AkW)
4,00 ct/kWh/1,00 ct/KWh
Landschaftspflegebonus (bis 500 kW)
2,00 ct/kWh
KWK-Bonus*
3,00 ct/kWh
Technologiebonus
2,00 ct/kWh

* KWK-Bonus: für die in Strom umgerechnete Wärme

 

 

 

Novellierung des EEG 2004
 
Biomasse bis 150 kW
11,50 Cent
Biomasse bis 500 kW
9,90 Cent
Biomasse bis 5 MW
8,90 Cent
Biomasse bis 2A0 MW
8,40 Cent
bei Altholz (Kategorien A III/IV)
3,90 Cent
Bonus für Biomasse bis 500 kW (1)
6,00 Cent
Bonus für Biomasse bis 500 kW (1)
4,00 Cent
Bonus für Biomasse (Holz) bis 5 MW
2,50 Cent
KWK-Bonus für Biomasse (1)(2)
2,00 Cent
2. KWK-Bonus für Biomasse (1)(2)
2,00 Cent
Zeitraum: 20 Jahre; jährl. Degression:(3)
1,5%
(1) Abhängig vom Brennstoff wird ein Bonus je Kilowattstunde gewährt.
Bonus II des Regierungsentwurfs war gedacht für innovative Ansätze.
(2) Das Parlament führte zudem einen Kraft-Wärme-Kopplung-(KWK-) Bonus ein. Jetzt können entsprechende Anlagen, welche die entstehende Wärme zu einem gewissen Teil nutzen, bis zu 21,5 Cent erhalten.
(3) Jährliche Garantiepreisanpassung für neu in Betrieb genommene Anlagen.

In den gezielt neu entwickelten Fruchtfolgen zur Erzeugung von Biogas ist Mais die zentrale Pflanze. Der Anbau weiterer Kulturpflanzen und die Nutzung von Teilbrachezeiten durch Zwischenfrüchte tragen zur Kulturpflanzenvielfalt und zur Steigerung der Biomasseerträge je Hektar bei. Das Deutsche Maiskomitee ist aktiv in Projekten involviert.

Mais erbringt nicht nur hohe Biomasseerträge, sondern lässt sich auch gut lagern, einsilieren und vergären und ist daher in besonderem Maße als so genanntes Kosubstrat für die Mitvergärung in landwirtschaftlichen Biogasanlagen geeignet.

 

Eckdaten von Maissilage

 

Biogasertrag / t Frischmasse 170 - 200 cbm
Methangehalt im Biogas 50 - 55 %
Biogasertrag / ha

ca. 9.350 cbm Gas
bzw. 18.700 kWh Strom

 

Über 90 % dieser Anlagen arbeiten bereits als so genannte Kofermentationsanlagen. Am Beispiel der Biogasgewinnung aus Mais lässt sich der oft abstrakte Begriff des Landwirts als Energiewirt besonders gut veranschaulichen. Seinen großen Vorteil gegenüber anderen Kulturpflanzen verdankt der Mais auch seinem sehr hohen Gasbildungspotenzial, das heißt bei seiner Vergärung entsteht ein besonderes methan- und damit energiereiches Gas.

Jedoch ist der Maisanbau und die anschließende Vergärung nicht auf jedem Standort rentabel und sinnvoll. Es gilt, neben dem Ernteertrag auch die KostAen für Anbau, Ernte, Lagerung und Bereitstellung zu berücksichtigen. Des Weiteren muss geprüft werden, inwieweit Integrationsmöglichkeiten in bestehende Betriebsabläufe existieren.

In mehreren Projekten werden die Möglichkeiten zur Senkung der Kosten der Energieerzeugung aus Biomasse, zur Steigerung der Effektivität oder zur Entwicklung neuer Technologien erforscht. Neben der konventionellen Nassvergärung wird mittlerweile verstärkt die so genannte Trockenfermentation in neuen Anlagen eingesetzt. Vor allem in vieharmen Regionen ist durch diesen Fermentertyp ein weiteres Expansionspotential für die Stromproduktion aus Biogas erschlossen worden.

Weitere Forschungsschwerpunkte liegen in der direkten Einspeisung ins Erdgasnetz und in der Entwicklung optimierter Fruchtfolgen für die Biogasproduktion.
Das Deutsche Maiskomitee e. V. (DMK, Bonn) als Organisation für die Landwirtschaft wird die Entwicklung des Maisanbaues zur Energieerzeugung begleiten und stets bemüht sein, der Praxis mit wertvollen Informationen zur Seite stehen.

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