Bullenmast

Rinderrasse, Geschlecht und das verfügbare Grobfutter sind die in der Jungrindermast bestimmenden Faktoren. In Deutschland überwiegt die Bullenmast, eingesetzt werden vorwiegend Kälber der Rassen Fleckvieh oder Holstein Friesian, die gängige Futterbasis ist Maissilage oder Grassilage. Grundlage für die Kalkulation von Rationen ist der Energie- und Nährstoffbedarf der Tiere, der anhand definierter Parameter bestimmt wird.

  • Der Energiebedarf wird als Umsetzbare Energie (MJ ME) berechnet.
  • Für den Proteinbedarf ist Rohprotein der bestimmende Parameter.
  • Die Rationen werden mit Mineralstoffen und fettlöslichen Vitaminen (A, D, E) ergänzt.
  • Eine ausreichende Futterstruktur ist in der Regel gewährleistet, wenn die Gesamtration einen hohen Anteil an Grobfutter enthält. Wesentlich ist, dass das Grobfutter nach Art und Zusammensetzung während der gesamten Mastperiode möglichst gleich bleibt.
  • Die geeignete Fütterungstechnik ist besonders wichtig, um die Futteraufnahme zu optimieren. Eine hohe Grobfutteraufnahme wird erreicht, wenn das Futter zur freien Aufnahme (ad libitum-Fütterung) vorgelegt wird.

 

Maissilage ist das wichtigste Grobfutter in der Bullenmast. Dabei gilt: Die Optimierung des Futterwerts von Maissilage vom Anbau bis hin zum Futtertrog ist der Schlüssel zum Erfolg in der intensiven Rindermast! Kenntnisse des TM, Energie- und der Rohnährstoffgehalte der Maissilage sind Voraussetzung für eine effektive Rationsgestaltung. Daher sind siloabhängig entsprechend repräsentative Analysen durchzuführen.


Ein höherer Energiegehalt im Grobfutter ermöglicht in der Regel gleichzeitig einen verbesserten Verzehr. Dieser überproportionale Anstieg in der Energieaufnahme äußert sich unmittelbar in einer deutlichen Zunahme des Wachstums. In der intensiven Bullenmast wird für den gesamten Mastverlauf eine Energiekonzentration in der Gesamtration von etwa 11,2 – 11,5 MJ ME pro kg TM zugrunde gelegt. Ziel ist daher eine stärkereiche Maissilage mit einem TM-Gehalt im Bereich von etwa 34%. Damit es bis zum Verzehr nicht zu Energieverlusten kommt, ist die Futterkonservierung zu optimieren und jede Nacherwärmung bei der Entnahme zu vermeiden.

Tabelle 1

Bedeutung des Energiegehalts von Maissilage für Futteraufnahme, Energieversorgung und Gewichtsentwicklung von Mastbullen der Rasse Fleckvieh (Gewichtsbereich 350-400 kg)

Kraftfutterergänzung (kg TM)1

1,8

2,6

Energiegehalt der Maissilage

(MJ ME/kg TM)

Futteraufnahme (kg TM)

7,00

(7,20)

10,6

Energieaufnahme (MJ ME)

76,1

(79,9)

Tägliche Zunahmen (g)

1.180

(1.300)

Futteruafnahme (kg TM)

7,20

7,40

10,9

Energieaufnahme (MJ ME)

80,1

82,5

Tägliche Zunahmen (g)

1.340

1.450

Futteruafnahme (kg TM)

7,50

7,70

11,2

Energieaufnahme (MJ ME)

84,9

86,8

Tägliche Zunahmen (g)

1.550

1.600

1 11,7 MJ ME/kg TM

Quelle: Handbuch Mais, Prof. Dr. Frieder Jörg Schwarz

Tabelle 2

Mastration mit Maissilage für Fleckviehbullen bei mittleren täglichen Zunahmen von 1.400 g im Gewichtsbereich von 175-750 kg

Lebendgewicht, kg

175-275

275-375

375-475

475-575

575-675

675-750

Tägl. Zunahmen, g

1.320

1.480

1.520

1.480

1.320

1.280

Maissilage

kg

10,5

13,5

16,2

18,2

20,3

22,6

(34% TM, Ende der Teigreife, kolbenbetont)

Kraftfutter

kg

1,0

1,1

1,4

1,7

1,8

1,8

(Weizen/Körnermais (1:1)

Rapsextraktionsschrot

kg

1,2

1,4

1,5

1,4

1,3

1,3

Vit. Mineralfutter

kg

0,1

0,1

0,1

0,1

0,1

0,1

Futterkalk

kg

0,04

0,04

0,04

0,04

0,04

0,04

Quelle: Handbuch Mais, Prof. Dr. Frieder Jörg Schwarz