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Unkrautbekämpfung

Die Unkrautbekämpfung ist im Mais die wichtigste direkte Pflanzenschutzmaßnahme.

Die Konkurrenzkraft von Mais gegenüber Unkräutern ist sehr gering. Mais zählt zusammen mit der Zuckerrübe zu den Ackerkulturen, die ohne Unkrautbekämpfung nicht erfolgreich angebaut werden können.

Eine wirtschaftliche Notwendigkeit der Unkrautbekämpfung ist schon bei schwacher Verunkrautung gegeben. Dies trifft vor allem für die Zeit vom 4- bis 8-Blatt-Stadium der Maispflanze zu. Eine Verunkrautung vor diesem Stadium bzw. ein Neuauflauf von Unkräutern nach dem 8-Blatt-Stadium führten dagegen zu keinen wirtschaftlichen Schäden. Es werden die chemische und mechanische Unkrautbekämpfung unterschieden.

 

Chemische Verfahren

Die Unkrautbekämpfung in Mais erfolgt überwiegend mit Herbiziden, also chemisch.

Nach dem Wegfall von Atrazin wurden Forschung und Entwicklung neuer Maisherbizide und Bekämpfungsverfahren intensiviert. Es stehen heute eine Vielzahl von Wirkstoffen zur Verfügung, die im Vorsaat-, Vorauflauf- oder Nachauflaufverfahren eingesetzt werden können. Häufig werden verschiedene Wirkstoffe kombiniert, um das Wirkungsspektrum zu erweitern. Die deutliche Entwicklung hin zur Nachauflaufbehandlung ermöglicht eine gezielte Herbizidanwendung, was zudem den Grundsätzen des integrierten Pflanzenschutzes entspricht.

Bei der Auswahl der Herbizide ist auf folgendes zu achten:

  • vorhandene Unkrautarten
  • Wirkungslücken der Herbizide
  • die vorgesehenen Anwendungsverfahren
  • die möglichen Anwendungsbeschränkungen (Wasserschutzgebietsauflage)
  • die Preiswürdigkeit

Für das Nachauflaufverfahren auf mineralischen Böden sollten Mittel gewählt werden, die eine Blatt- und Bodenwirkung besitzen, damit die Unkräuter einerseits unabhängig von der Bodenfeuchte bekämpft werden und andererseits noch auflaufende Unkräuter zum späteren Zeitpunkt erfaßt werden. Gegebenenfalls können entsprechend wirksame Einzelmittel kombiniert werden.

Auf unkrautwüchsigen, humosen Standorten mit mehreren Keimwellen sollten Herbizide mit Blattwirkung eingesetzt werden. In diesen Fällen bietet sich das Splitting-Verfahren mit reduzierten Aufwandmengen im frühen Entwicklungsstadium der Unkräuter bzw. der Ungräser an.

Mechanische Verfahren

Bei mechanischen Unkrautbekämpfungssystemen stellen die Verunkrautung in der Maisreihe und die Bodenfeuchtigkeit das Kernproblem dar. Auf eine Bekämpfung der Unkräuter in der Reihe kann, ohne Ertragsverluste hinnehmen zu müssen, nur bei sehr schwachem Unkrautbesatz verzichtet werden. Die Bekämpfung der Unkräuter in der Reihe erfolgt üblicherweise mit einer Herbizidbandbehandlung. Auf diese Weise kann der Herbizidaufwand um 2/3 einer ganzflächigen Behandlung verringert werden.

Zwischen den Reihen wird mit Hackstriegel, Scharhackgeräten, Rollhacke oder Bürstenhackgeräten dem Unkraut zu Leibe gerückt. Blindstriegeln ist einige Tage bis maximal eine Woche nach der Saat möglich (Saattiefe 5 cm). Die erste Hacke sollte im 2- bis 4-Blattstadium erfolgen, die zweite Hacke im 6- bis 10-Blattstadium der Maispflanze.

Aktuelle Unkrautbekämpfung

Zur Vermeidung von Ertragsausfällen ist der Mais vom 3 - 4 Blatt- bis zum 8-Blattstadium weitgehend unkrautfrei zu halten (zeitliche Schadensschwelle). Mit Bodenherbiziden kann die Behandlung vor dem Auflaufen bis in den frühen Nachauflauf durchgeführt werden; für eine gute Wirkung muss ausreichend Bodenfeuchte vorhanden sein. Zur Wirkungsverbesserung empfiehlt sich die Kombination von Herbiziden (Wirkung über Blatt- und Boden). Nachauflaufmittel nicht unmittelbar nach Regenperioden oder bei starker Sonneneinstrahlung anwenden, da sonst Kulturschäden auftreten können!

Bei Sulfonylharnstoffherbiziden (z.B. Cato, Motivell, Task) besteht das Risiko von Kulturschäden bei hohen Temperaturschwankungen, bei tiefen Nacht- und hohen Tagestemperaturen, sowie bei gestressten Maisbeständen. Ideal ist die Anwendung, wenn sich der Mais in einer aktiven Wachstumsphase befindet und eine Wachsschicht vorhanden ist.

Für jeden Standort muß nach Zusammensetzung und Umfang der Verunkrautung eine individuelle Strategie in der Unkrautbekämpfung entwickelt werden. Gestaltungsmöglichkeiten bieten neben der Mittelwahl die Aufwandmenge, Spritzfolgen sowie die Kombinationseignung der Herbizide nach Wirkungsspektrum und Wirkungsweise (Blatt, Boden).

Die rechts wiedergegebenen Tabellen zeigen eine Auswahl von Herbiziden zur Bekämpfung von Unkräutern, Ungräsern sowie breitblättrigen Samenunkräutern im Mais. Alle Tabellen liegen im PDF-Format vor.

Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit, Wirksamkeit und Gewährleistung der hier wiedergegebenen Daten. Bitte beachten Sie die Gebrauchsanleitung der Herstellerfirmen und die gesetzlichen Vorgaben zur Einhaltung der Mindestabstände zu Gewässern. Eine Haftung kann hieraus nicht abgeleitet werden.

Mehr zum Pflanzenschutz in der Zeitschrift "mais", Heft 2/2017

· Unkrautbekämpfung 2017 (Dr. Josef Kuhlmann, LWK NI, Cloppenburg)
· Integrierte Unkrautbekämpfung in Körnermais (Dr. Arnd Verschwele, JKI, Braunschweig)

Mehr Infos zur Zeitschrift mais: DLG AgroFood medien GmbH


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