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Schädlinge im Mais

Erdraupen (Agrotis ssp.)

 

Schädling: "Erdraupen" ist die Sammelbezeichnung der Larvenstadien mehrerer Eulenfalter, insbesondere der Gattung Agrotis. Die Vertreter dieser Familie sind Dämmerungsflieger, die über Tag versteckt in krautigen Pflanzenbeständen leben. Aus der sehr artenreichen Familie wichtige Arten 1. Die Wintersaateule Agrotis segetum. Sie ist der bedeutendste, überall in Mitteleuropa auftretende Eulenfalter, dessen Massenvermehrung vor allem durch Wärme und Trockenheit in der Vegetationszeit gefördert wird. Der düster gefärbte, graubraune Falter fliegt in 2 Generationen von Mai bis Oktober. 2. Das Ausrufezeichen Agrotis exclamationis, ist gekennzeichnet durch die einem Ausrufezeichen ähnliche Zeichnung auf den Vorderflügeln. 3. Die Ypsiloneule Agrotis ipsilon, genannt nach einem Y-ähnlichen Zeichen auf den Vorderflügeln. Diese Eule ist in Deutschland überall heimisch, kann in einzelnen Jahren aber auch in großen Schwärmen aus Südeuropa zufliegen. Raupe: bis zu 5 cm lang, graubraun, wenig gezeichnet und unbehaart. Das Wirtspflanzenspektrum erstreckt sich über alle Kultur- und zahlreiche Wildpflanzen, wobei je nach Falterart eine unterschiedliche Präferenz zu beobachten ist.

 

Schadbild: Die Raupen der genannten Falter fressen sowohl oberirdisch - bevorzugt in den noch eingerollten Blättern des Maises als auch später unterirdisch am Wurzelhals der Pflanze, der dabei meist völlig durchgebissen wird. Stärkere Blattschäden führen zur Wachstumsverzögerung bei der Pflanze. Fraß am Wurzelhals, der sich bis weit in den Stängelschaft der Pflanze erstrecken kann, führt zum sicheren Absterben der Pflanze. Der Befall beschränkt sich innerhalb eines Feldes meist auf Nester. Da die Larven im Boden von Pflanze zu Pflanze weiter wandern, werden häufig ganze Reihenabschnitte zerstört. Der Befall kann sich in ausgeprägten Befallsjahren über weite Landstriche erstrecken.

 

Biologie, befallsstörende Faktoren: Die Ablage von 800-1000 Eiern pro Falter erfolgt im Juni (bei A. segetum im Juni und August) an Kulturpflanzen und Wildkräutern entweder einzeln oder in Eipaketen. Die ersten beiden Larvenstadien fressen ausschließlich an oberirdischen Pflanzenteilen. Ab dem 3. Larvenstadium werden die Tiere lichtscheu und wandern in den Boden ab. Bei Berührung rollen sie sich sofort spiralförmig ein. Im Boden greifen sie die Maispflanzen am Wurzelhals an und dringen bis in den Pflanzenschaft vor. Gelegentlich kommen sie im Schutze der Nacht zum Fressen auch an die Bodenoberfläche. Zur Überwinterung richten sich die Raupen im Boden glattwandige Erdhöhlen ein. Die Verpuppung erfolgt im April bis Anfang Mai. Einen Monat später beginnt der Falterflug. Im Frühjahr geht von den Larven meist kein Schaden mehr aus.

 

Bedeutung: Erdraupen können in allen Anbaulagen leichte bis schwere Schäden verursachen. Schon stärkere Fraßtätigkeit an den oberirdischen Pflanzenteilen kann zu erheblichen Schäden führen. Wurzelbefall endet in der Regel tödlich für die Pflanze. Wirtschaftlich spürbare Schäden sind bereits bei 2-3 Erdraupen pro Quadratmeter zu erwarten.

 

Bekämpfung: Vögel, Laufkäfer und Schlupfwespen fressen die Raupen während ihrer oberirdischen Lebensphase. In dieser Zeit können auch Fraßinsektizide eingesetzt werden.

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