Ökologischer Maisanbau
Der Markt für Öko-Produkte hat in den letzten Jahren europaweit eine erhebliche Ausweitung erfahren und sich aus einer Nische zu einem Marktsegment im Lebensmittelhandel entwickelt. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche in der EU hat sich seit 1990 etwa versiebenfacht, dennoch werden weniger als zwei Prozent der Fläche nach den Kriterien des Ökolandbaues bewirtschaftet. 2010 betrug der Anteil der in Deutschland von Öko-Landwirten bewirtschafteten Betriebe 7,3 %, die landwirtschaftlichen Nutzflächen 5,9 %. Gegenüber dem Vorjahr bedeuten das Zunahmen von 4,2 % bzw. 4,6 %. Eine besondere Förderung erfährt der Öko-Landbau durch die EU-Verordnung Nr. 834/2007.
Das Marktvolumen von Ökoprodukten wird von Markt-Experten derzeit auf ca. 5,9 Mrd. Euro in Deutschland geschätzt, ein Volumen von 15 Mrd. Euro (entsprechend ca. 12 % Marktanteil) wird für realisierbar gehalten. Ob dieses gewaltige Wachstum in den nächsten 5 Jahren erreicht werden kann, wird von einer Veränderung des Verbraucherverhaltens weitgehend bestimmt und ist damit sehr schwer zu prognostizieren. Durch die BSE-Krise und die dadurch politisch eingeforderte "Agrarwende" ist zweifellos ein Schub in Richtung Öko-Landbau ausgelöst worden. Ob dieser langfristig stabil ist, wird von Marktkennern stark hinterfragt und bleibt deshalb abzuwarten.
Mais ist eine Futterpflanze mit hoher Energiekonzentration in der Gesamtpflanze und besonders in den Körnern. Daraus resultiert seine universelle Einsatzfähigkeit in entsprechend aufbereiteter Form in der Rindvieh-, Schweine- und Geflügelhaltung. Viele Öko-Betriebe haben den Maisanbau bereits in die praktische Futterproduktion integriert, viele haben aber auch erhebliche Probleme hinsichtlich der Anbausicherheit im Öko-Landbau, da auf Herbizide und mineralische N-Düngemittel verzichtet werden muss. Gefragt sind produktionstechnische Strategien und Praxisempfehlungen für den erfolgreichen Anbau von Öko-Mais.
