Stärkeindustrie

Stärke mit neuen Perspektiven

 

Bei einer Gegenüberstellung verschiedenster Rohstoff-Träger zur Stärkegewinnung haben aktuelle Studien ergeben, dass die Stärkegewinnung über Körnermais am wettbewerbsfähigsten ist, gefolgt von Weizen und Kartoffeln. Die wesentlichen Vorteile von Körnermais und Weizen lassen sich neben der ganzjährigen Produktion vor allem auch aus den hohen Nebenprodukt-Erlösen ableiten, die zwischen 80 und 95 Prozent der Herstellungskosten der Stärke abdecken können.

 

Rund die Hälfte der Stärkeproduktion wird in der Ernährungsindustrie verarbeitet. Daneben sind Papier und Pappeherstellung wichtige Abnehmer für Maisstärke. Besonders die Verwendung von Stärke im technischen Sektor wird nach aktuellen Schätzungen der EU-Kommission einen weiteren Verbrauchsanstieg auslösen. Begründet wird dies vor allem mit einem zunehmenden Teil von Altpapier, der den Einsatz von Stärke als Füllstoff erforderlich macht. Pro Tonne produziertem Papier beträgt der Stärkeanteil rund 16,2 kg. Weitere wichtige Anwendungsbereiche für Maisstärke sind die Textil-Industrie sowie bei der Herstellung von Chemiekalien und Pharmazeutika. Hier wird Stärke meist als hydrolisierte Stärke (Abbau zur Glucose) verwendet und dient als Baustein in den Verarbeitungsprozessen.

 

 

Neue Einsatzmöglichkeiten

 

Der Anbau von Mais in Deutschland zur Stärkeproduktion wird von Experten in den kommenden Jahren optimistisch beurteilt. In vielen Regionen Deutschlands waren es die Witterungsverhältnisse, die es bisher kaum erlaubten, eine ausgereifte Ware entsprechender Qualität für die Belange der Stärke-Industrie anzubauen. Durch intensive Pflanzenzüchtung und Verbesserungen in der Anbautechnik konnten diese Standort-Nachteile ausgeglichen werden. Sorten mit kürzerer Vegetationszeit und hoher Stärke-Ausbeutungs-Kapazität stehen mittlerweile zur Verfügung. Diese erlauben zukünftig, Körnermais als Stärkerohstoff aus der heimischen Landwirtschaft anbieten zu können.

 

Die Forderung der Industrie zur Anlieferung von großen und einheitlichen Partien muß mit der heterogenen Struktur der Landwirtschaft in Einklang gebracht werden.
Hierzu sind direkte Gespräche zwischen dem Landhandel und der Industrie notwendig. Beispiele von Erzeugergemeinschaften gibt es bereits.