Düngung

Mais unterscheidet sich hinsichtlich des zeitlichen Verlaufs der Nährstoffaufnahme und der Ertragsbildung wesentlich von anderen Getreidearten. 

Nach einer sehr zögerlichen Jugendentwicklung setzt eine Periode besonders intensiven Massenwachstums ein. 

Die Maisdüngung muß deshalb besonderen Anforderungen an Menge, Verfügbarkeit und Platzierung pflanzenaufnehmbarer Nährstoffe gerecht werden. Die vergleichsweise weit in den Herbst reichende Vegetationszeit begründet, daß jede Form organischer Düngung und damit die natürliche Mineralisation der Böden gut verwertet wird. 

 

Nährstoffaufnahme und -entzüge 

Die Maispflanze beginnt erst mit dem 6- bis 8-Blattstadium Nährstoffe in nennenswerter Menge aufzunehmen. Der Nährstoffbedarf wird im Jugendstadium und zur Förderung der Wurzelentwicklung über eine gewisse Nährstoffkonzentration, wie sie durch Unterfußdüngung mit leicht aufnehmbarem Phosphat und Stickstoff in unmittelbarer Nähe der sich entwickelnden Pflanzen angeboten wird, gedeckt. 

Grundlage für die Bemessung der Düngung ist der Nährstoffbedarf der Maispflanze. Er setzt sich zusammen aus dem Nährstoffentzug, dem Wirkungsgrad der eingesetzten Düngemittel und den aus dem Boden nachgelieferten Nährstoffen. 

Tabelle: Nährstoffentzug von Silo- und Körnermais in kg/ha 

Silomais (28 % TS) 

Körnermais (86 % TS) 

je 100 dt Grünmasse 

Körner (10 dt) 

Stroh (10 dt) 

Stickstoff
30 - 40 
12 - 16 
5 - 9 
Phosphat
P2O2 
15 - 25 
6 - 11 
5 - 7 
Kalium
K2
35 - 50 
4 - 6 
15 - 25 
Magnesium
MgO 
7 - 13 
2 - 3 
2 - 4 
Kalk 
CaO 
10 - 18 
2 - 3 
5 - 7 
Schwefel 
3 - 5 
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nach Früchtenicht et al.,1993 

Organische Düngung 

Aufgrund ihres spezifischen Vegetationszeitraumes kann die Maispflanze organische Dünger, die ihre Nährstoffe langsamer freisetzen, gut verwerten. Unter den organischen Düngern tierischer Herkunft wie Gülle, Stallmist und Jauche kommt der Gülle die größte Bedeutung zu. 

Für eine gezielte, dem zeitlichen und mengenmäßigen Nährstoffbedarf der Maispflanze angepaßte Düngung ist die Kenntnis der Gehalte, Zusammensetzung und Wirkung der Güllenährstoffe Voraussetzung. Diese Nährstoffgehalte sind in Abhängigkeit von Art, Alter und Leistung der Tiere sowie der Zusammensetzung der Futterration großen Schwankungen unterworfen. Eine exakte Untersuchung der Gülle ist daher zur bedarfsgerechten Düngung unabdingbar. 

Die Gülle sollte möglichst nahe zum Saatzeitpunkt des Mais ausgebracht und umgehend eingearbeitet werden, um gasförmigen Verlusten vorzubeugen. Auch eine Ausbringung nach der Saat oder in den wachsenden Bestand ist zur Vermeidung von Ammoniakverlusten sinnvoll, wenn sich eine sofortige Einarbeitung zwischen den Reihen anschließt. 

Bei der organischen Düngung sind zusätzlich die gesetzlichen Rahmenbedingungen (Düngeverordnung und Düngegesetz) für die Ausbringung flüssiger Wirtschaftsdünger zu beachten sowie die Zeiträume, in denen Düngemittel ausgebracht werden dürfen. 

Darüber hinaus darf die Ausbringung nur bei aufnahmefähigem Boden erfolgen. Der Boden ist nach der Düngeverordnung in keinem Fall aufnahmefähig, wenn er wassergesättigt, überschwemmt, gefroren oder durchgängig höher als 5 Zentimeter mit Schnee bedeckt ist. 

Stickstoff 

Der im Boden enthaltene Stickstoff (N) liegt zu ca. 90-95 % fest gebunden im Humus vor, der Rest ist Ammonium (NH4) und Nitrat (NO3). Die Maispflanze kann sich aus beiden N-Formen ernähren. Ca. 1-3 % des im Humus gebundenen Stickstoffs wird jährlich durch mikrobiellen Abbau zu Nitrat mineralisiert. 

Der N-Hauptbedarf setzt mit Beginn der intensiven Trockenmassebildung, etwa drei Wochen vor dem Rispenschieben, ein. In diesem Zeitraum kommt temperaturbedingt neben dem Dünger-N auch der bis dahin organisch gebundene Boden-N über die Mineralisierung zur Wirkung. Unter günstigen Bedingungen und bei ausreichender Wasserversorgung kann die tägliche N-Aufnahme eines Maisbestandes in dieser Phase bis zu 5 kg/ha betragen. Auch im Verlauf der Blüte ist der N-Bedarf noch hoch. 

Phosphat 

Phosphat (P2O5) nimmt auf vielfältige Weise am pflanzlichen Stoffwechsel teil. Eine sehr wichtige Funktion kommt dem Phosphat als Energieträger in der Maispflanze zu. Anfangsentwicklung, Blüte und Fruchtbildung sowie die Stärkeeinlagerung in das Korn werden durch eine ausreichende Phosphat-Versorgung gefördert. 

Der Entzug von Phosphat liegt je nach Nutzungsrichtung zwischen 90-120 kg/ha, wobei in der Jugendphase von der 4.-10. Wachstumswoche ein hoher Bedarf gedeckt werden muss. 

Kalium 

Kalium (K2O) nimmt in den Pflanzen Einfluß auf den Wasserhaushalt. Gut mit Kalium versorgte Maispflanzen weisen einen ökonomischen Wasserverbrauch auf. Dies hat positive Auswirkungen auf die Dürre- und Kälteresistenz von Mais. 

Bei Kaliummangel kommt es zu einem gestörten Wasserhaushalt. Sichtbares Zeichen ist die sog. Welketracht. 

Kalium fördert die Kohlenhydratbildung - wichtig für eine volle Kolbenausbildung - und erhöht die Standfestigkeit sowie die Widerstandskraft gegen Krankheits- und Schädlingsbefall. 

Mais hat einen hohen Kaliumbedarf. Der Kaliumentzug liegt in der Größenordnung von 170-300 kg K2O/ha. 

Die Kaliumversorgung der Maispflanzen ist nicht nur an der Gehaltsstufe (Bodenuntersuchung) sondern auch an der Bodenart (Tongehalt, Art der Tonminerale) auszurichten. 

Magnesium 

Der Bedarf der Maispflanze an Magnesium (MgO) ist vergleichsweise gering. Die durchschnittlichen Entzüge liegen zwischen 30 kg/ha (Körnermais) und 70 kg/ha MgO (Silomais). Dieser Nährstoff übt jedoch als Bestandteil des grünen Blattfarbstoffes wichtige Funktionen in der Photosynthese sowie im Energie-, Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel aus. 

In viehhaltenden Betrieben erfolgt die Magnesiumzufuhr zum großen Teil über die Gülle. Ansonsten kann der Magnesiumbedarf über MgO-haltige Kalke, Kieserit oder auch andere Handelsdünger gedeckt werden. 

Spurenelemente 

Mais ist auf eine gute Versorgung mit Spurenelementen wie Zink, Eisen und Mangan angewiesen. Sie übernehmen wesentliche Rollen in der Photosynthese und sind als Katalysatoren an sehr wichtigen enzymatischen Reaktionen im Stoffwechsel der Maispflanze beteiligt.