Unkrautbekämpfung und Schädlingsdruck im Mais: Tipps zu Erdmandelgras und Maiszünsler

Pflanzenschutz

Bonn (DMK) – Während die reguläre Herbizidbehandlung im Mais für diese Saison bereits abgeschlossen ist, stellt das sich rasant verbreitende Erdmandelgras (Cyperus esculentus) immer mehr Betriebe vor neue ackerbauliche Herausforderungen. Das Deutsche Maiskomitee e.V. (DMK) empfiehlt Landwirtinnen und Landwirten, bei einem Befall mit dem hartnäckigen Ungras von den aktuellen Notfallzulassungen gegen Erdmandelgras für die Pflanzenschutzmittel „Permit“ (BBCH 14 – 16) oder „MaisTer power“ (BBCH 17 – 18) Gebrauch zu machen, um die Ausbreitung frühzeitig einzugrenzen. Bundesweit sind nach aktuellen Angaben bereits 300.000 Hektar Ackerfläche davon betroffen. Neben der natürlichen, vegetativen Vermehrung spielt hierbei die unbeabsichtigte Verschleppung eine Hauptrolle. Die kleinen Erdmandeln werden vor allem durch Erntearbeiten, Erdbewegungen, den Austausch von Maschinen zwischen Betrieben sowie durch Transporte und die Logistik ungewollt verschleppt. 

Maiszünsler profitiert vom warmen Mai

Neben dem Unkrautmanagement rückt zudem der Schädlingsbefall in den Fokus: Mit den sommerlichen Temperaturen Ende Mai ist die Entwicklung des Maiszünslers (Ostrinia nubilalis) rasch vorangeschritten. Die aktuellen Beobachtungen der Saison 2026 zeigen eine frühe Schädlingsaktivität: In den wärmeren Anbauregionen, insbesondere im südlichen Rheingraben, wurden in den Überwachungsfallen bereits ab dem 4. Mai die ersten Falter registriert. Bei dieser dort verstärkt auftretenden, bivoltinen Rasse (zwei Generationen pro Jahr) ist die Eiablage trotz der noch kleinen Maispflanzen bereits in vollem Gange. 

Wie hoch der Schädlingsdruck in diesem Jahr ausfallen wird, bleibt schwer vorauszusagen. Klar ist jedoch: Die Kombination aus der aktuellen Wärme und einer leichten Bodenfeuchtigkeit sind optimale Bedingungen für eine erfolgreiche Vermehrung der Schädlinge.

Frühzeitiges Monitoring und biologischer Schutz

Das DMK rät dringend dazu, flächendeckend mit dem Monitoring zu beginnen und die Aufrufe des amtlichen Diensts aufmerksam zu verfolgen, um den regionalen Start des Zünslerfluges nicht zu verpassen. Neben dem Einsatz von Insektiziden steht den Landwirten eine bewährte biologische Alternative zur Verfügung: das Ausbringen von Trichogramma-Schlupfwespen.

Die Verteilung im Bestand erfolgt über kleine Kugeln per Drohne oder mittels Kärtchen, die an Maispflanzen gehangen werden. Da die Schlupfwespen gezielt die Eier des Maiszünslers parasitieren und abtöten, muss der Einsatz exakt mit dem Zünslerflug und der Eiablage synchronisiert werden. Mit einem Wirkungsgrad von rund 70 % erreicht dieses biologische Verfahren beinahe die Effizienz einer chemischen Behandlung.

Verlässliche Informationen zum aktuellen Zünslerflug 2026 bieten die gängigen Prognosemodelle (wie ISIP.de) sowie die Rundschreiben der regionalen Offizialberatung.

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