Bad Hersfeld (DMK) – Wie lässt sich die Effizienz im Stall steigern, während gleichzeitig die Anforderungen an Klima- und Tierwohl wachsen? Unter diesen Vorzeichen traf sich der Ausschuss für Futterkonservierung und Fütterung des Deutschen Maiskomitees e.V. (DMK) am 24. und 25. Februar 2026 im Landwirtschaftszentrum Eichhof im hessischen Bad Hersfeld. Die zweitägige Fachtagung bot ein breites Spektrum an Themen von toxikologischen Risiken über innovative Anbausysteme bis hin zur digitalen Versuchstechnik.
Risikomanagement: Mykotoxine und Blausäure
Ein Schwerpunkt lag auf der Futtermittelsicherheit. Prof. Dr. Dr. Sven Dänicke (Friedrich Loeffler Institut) beleuchtete das Spannungsfeld zwischen dem hohen Futterwert von Mais und dem, u. a. auf den Klimawandel zurückzuführendes, steigendes Risiko durch Mykotoxine. Doch nicht nur Mais stand im Fokus: Angesichts zunehmender Trockenheit gewinnen Sorghum-Arten an Bedeutung. Dr. Steffen Windpassinger (Justus-Liebig-Universität Gießen) diskutierte hierzu die Problematik der Blausäuregehalte und die damit verbundenen Herausforderungen für die Laboranalytik und Fütterungssicherheit.
Innovationen auf dem Acker und im Silo
Dass Futterqualität bereits bei der Sortenwahl und dem Anbausystem beginnt, zeigten die Beiträge zur Restpflanzenverdaulichkeit der Maispflanze und zum Einfluss von Zwischenfrüchten. Besonders zukunftsweisend präsentierte Mariana Schneider (Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, LfL) das Projekt „SilSoy“: Die Co-Silierung von Körnermais und Sojabohnen bietet demnach das Potenzial, den Energiegehalt von Körnermais direkt mit einer hofeigenen Proteinquelle zu veredeln und so die Abhängigkeit von Zukauffuttermitteln zu senken.
Klimaschutz und Tierwohl in der Praxis
Neben der stofflichen Qualität rückte die Umweltwirkung in den Fokus. Dr. Thomas Ettle (LfL) demonstrierte den engen Zusammenhang zwischen der Fütterung und der Methanausscheidung bei Rindern – ein entscheidender Hebel für die Klimabilanz der Tierhaltung.
Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem Rundgang über den Eichhof. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in modernste Versuchstechnik, wie den Einsatz von Drohnen im Pflanzenschutz, und besichtigten innovative Haltungskonzepte in der Schweinehaltung, darunter Schweinetoiletten und neue Auslaufsysteme.
Fazit
„Die Tagung hat gezeigt, dass die Optimierung der Futterkette ein komplexer Prozess ist, der von Boden und Pflanze über die Konservierung bis zur Verdauungsphysiologie reicht“, resümierte der Ausschussvorsitzende Dr. Georg Terler. Der intensive Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis unterstreicht einmal mehr: Nur durch präzises Management lassen sich Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit im modernen Betrieb vereinen.
(2.807 Zeichen)