Umfrageergebnisse zum Stand der Aussaat 2026

Aussaat/Anbau/Ernte

Bonn (DMK) – Das Deutsche Maiskomitee e. V. (DMK) hat in den wichtigen Mais-Anbauregionen Deutschlands gefragt, wie die aktuelle Situation der Maisaussaat ist und welche Besonderheiten es in diesem Jahr gibt. Die Interviews wurden Mitte April 2026 geführt.

Niedersachsen:  Optimale Wetterlage beschleunigt Maisaussaat – Karl-Gerd Harms, LWK NS

Die Maisaussaat hat in Niedersachsen früh (um den 10. April), aber verhalten auf einigen günstigen Standorten begonnen. Mit Beginn der dritten Aprilwoche kommt die Aussaat in Schwung, besonders in südlichen und mittleren Breiten Niedersachsens. Da mit dem 22. April für viele Regionen der letzte vorerst letzte Bodenfrost gemeldet wurde, ist mit einer deutlich gesteigerten Aussaattätigkeit für die letzten Apriltage zu rechnen.

 

Auch die Bodenfeuchtigkeit und die gute Wetterlage und -aussichten lassen sehr gute Aussaatbedingungen für die nächsten Tage und Wochen erwarten, so dass die Maisaussaat bis Anfang Mai weitgehend abgeschlossen sein dürfte. 

Mecklenburg-Vorpommern: Aussaatendspurt nach kühlem Frühjahr – Dr. Volker Michel, LALF M.-V.

In Mecklenburg-Vorpommern war die Zurückhaltung auf den Feldern bislang deutlich spürbar. Aufgrund der verhaltenen Bodentemperaturen, die vielerorts noch unter der kritischen Marke von 8 °C verharrten, lief die Maisaussaat im Nordosten bisher nur sehr schleppend an. Die Betriebe warteten, um Kälteschäden und einen ungleichmäßigen Feldaufgang zu vermeiden.

Mit Beginn der 17. Kalenderwoche gibt es nun aber einen massiven Einstieg in die Aussaat. Dank steigender Temperaturen und einer stabileren Wetterlage rücken die Sämaschinen nun flächendeckend aus. Es ist damit zu rechnen, dass die Aussatttätigkeit in den kommenden Tagen beendet ist.

Nordrhein-Westfalen: Maisaussaat startet nach kühleren Nächten durch – Norbert Erhardt, LWK NRW

Bis Mitte der 16. Kalenderwoche fielen die Nachttemperaturen niedrig aus, was insbesondere auf leichten Böden ein stärkeres Absinken der Temperaturen im Oberboden zur Folge hatte. Bei jetzt milderen Nächten erwärmen sich die Böden langsam. Da die Flächen vor allem in den westlichen Landesteilen gut befahrbar sind, konnten organische Dünger bereits verbreitet ausgebracht werden; die Bodenbearbeitung läuft auf Hochtouren.

Entsprechend differenziert stellt sich das Bild in der Region dar: Während im Westen der erste Mais bereits zum Ende der 16. Kalenderwoche gesät wurde, laufen in Ostwestfalen und in den Höhenlagen die Gülleausbringung und Bodenbearbeitung gerade erst an. Dennoch ist in NRW grundsätzlich von einer termingerechten Aussaat auszugehen – auch die Landwirtschaftskammer beginnt mit der 17. Kalenderwoche bereits mit der Anlage erster Sortenversuche.

In den Niederungslagen läuft aktuell zudem die Ernte von Grünroggen, und auch das Ackergras wird bis zur letzten Aprilwoche die Schnittreife erreichen. Mais nach dieser Vornutzung wird voraussichtlich ebenfalls termingerecht in die Erde kommen.

Allerdings: Nach dem trockenen Winter sind die Wasserreserven – besonders auf leichten Böden – durch die Vornutzung bereits stark beansprucht. Zweitfruchtmais wird daher stärker als im Vorjahr auf Niederschläge angewiesen sein. Um die kostbare Bodenfeuchtigkeit zu erhalten und gleichzeitig teuren Diesel zu sparen, setzt die Praxis mehr denn je auf reduzierte Bodenbearbeitungsmaßnahmen.

Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz: Maisaussaat im Endspurt – Dr. Hubert Sprich, Cornexo GmbH

Im Südwesten läuft die Maisaussaat sehr zügig. Durch die trockenen Bedingungen im März konnten die Flächen frühzeitig vorbereitet werden, wobei die Fröste im Januar vielerorts für eine gute Bodenstruktur gesorgt haben. Bei Bodentemperaturen von über 8 °C und ausreichender Feuchte sind die Saatbedingungen aktuell günstig.

In den warmen Lagen des Rhein- und Neckartals sowie in der Südpfalz begann die Aussaat unmittelbar nach Ostern. Hier sind die ersten Maispflänzchen auf den warmen, kiesigen Böden bereits gut sichtbar. Sofern kein Temperatureinbruch erfolgt, ist mit einem sehr gleichmäßigen Auflauf zu rechnen. Während die Saat in den klassischen Körnermaisgebieten bis zum 25. April weitgehend abgeschlossen sein dürfte, wird sie sich in den kühleren Silomaisregionen wie Schwarzwald, Odenwald, Hunsrück und Eifel noch bis in den Mai hineinziehen.

Pflanzenbaulich zeigt sich die Situation derzeit stabil: Die Gülleausbringung erfolgte ohne Strukturschäden und es gibt keine Anzeichen für erhöhten Druck durch Schädlinge wie den Drahtwurm. Einzig die Trockenheit in tieferen Bodenschichten könnte im späteren Vegetationsverlauf zum Problem werden.Brandenburg: Hauptaussaat startet nach Regen – Gert Barthelmes, LELF Brandenburg

In Brandenburg sind die Bedingungen für den Maisstart nun ideal: Nachdem die Bodentemperaturen landesweit stabil auf über 8 bis 9 °C gestiegen sind, steht die Hauptaussaat für die 17. und 18. Kalenderwoche an. Viele Betriebe nutzen dieses Zeitfenster auch deshalb, weil nun der Umbau der Technik nach der abgeschlossenen Sonnenblumen-Aussaat erfolgt ist.

Zwar sorgten ergiebige Niederschläge am 19. und 20. April – mit regionalen Spitzenwerten von bis zu 55 mm im Westen Brandenburgs – für eine kurzzeitige Unterbrechung der Feldarbeiten, doch überwiegen die Vorteile: Die Wasserreserven wurden pünktlich aufgefüllt. Damit finden die Körner nun nach dem eher kühlen Frühjahr und dem vereinzelten Aussaatbeginn ab dem 10. April optimale Feuchtigkeitsbedingungen für eine zügige Keimung und einen gleichmäßigen Aufgang vor. 

Schleswig-Holstein: Zögerlicher Beginn – Elke Grimme, LWK S.-H.

In Schleswig-Holstein laufen die Vorbereitungen für die Maisaussaat aufgrund der Witterung bisher nur zögerlich an. Nach einem schneereichen Winter und weiteren Niederschlägen im März sowie April (insgesamt rund 68 mm) trockneten viele Ackerflächen nur langsam ab. Dies verzögerte bislang sowohl die Gülleausbringung als auch die Saatbettbereitung auf vielen Standorten.

Auch die Thermik bremste den Start: Während die Tagestemperaturen nur selten die 15 °C-Marke knackten, sanken die Nachttemperaturen regelmäßig bis an den Gefrierpunkt. Entsprechend wurden bisher nur sehr wenige Flächen tatsächlich gesät.

Die Aussichten sind jedoch positiv: Die vorhergesagten trockenen Tage werden die Abtrocknung der Böden nun beschleunigen. Es ist damit zu rechnen, dass die Aussaatvorbereitungen und die eigentliche Maisaussaat in den verbleibenden Apriltagen deutlich an Fahrt gewinnen werden.

Bayern: Großflächiger Aussaatstart nach kühlen Aprilnächten – Lukas Wachter, LfL Bayern

In Bayern präsentiert sich die Situation zum Maisauftakt zweigeteilt. Während der märztypische Regenmangel die Befahrbarkeit der Böden landesweit begünstigt hat, bremsten empfindliche Nachtfröste und zu kühle Bodentemperaturen den Aussaatstart in vielen Regionen zunächst aus.

Südlich der Donau ist die Aussaat bereits in vollem Gange. In der Oberpfalz, insbesondere im südlichen Landkreis Regensburg, sind bereits etwa 30 bis 40 % der Flächen bestellt. In Niederbayern hat die Aussaat ebenfalls langsam begonnen und dürfte – sofern das Wetter hält – in den kommenden 14 Tagen weitgehend abgeschlossen sein (ausgenommen Grenzlagen im Bayerischen Wald und Zweitfrucht-Systeme).

In Schwaben und Oberbayern-West wurden bislang zwar nur Einzelflächen gesät, doch wird hier mit einem massiven Schub gerechnet: Bis zum Ende der 17. Kalenderwoche könnten hier bereits drei Viertel der Flächen im Boden sein.

In Franken und nördlich der Donau zeigte sich bisher ein anderes Bild. Die Böden waren schlicht zu kalt und die Nächte zu frostig für einen sicheren Start. In der nördlichen Oberpfalz kommt zudem eine ausgeprägte Trockenheit hinzu. Hier setzen die Betriebe auf die angekündigte Erwärmung zum Wochenende, die bayernweit für einen deutlichen Schub bei der Aussatttätigkeit sorgen dürfte.

Hessen: Witterungsumschwung stoppt frühe Aussaat – Dr. Anna Techow, LLH Hessen

Die aktuelle Maisaussaat in Hessen ist durch wechselhafte Witterungsphasen geprägt. Nach einem außergewöhnlich warmen Märzanfang und sonnigen Tagen Mitte April herrschten zunächst gute Bedingungen. Besonders auf leichten, sandigen Böden und warmen Standorten ermöglichten die ausreichend hohen Bodentemperaturen eine frühe Aussaat. So konnten auch die Landessortenversuche für Silomais in Friedberg bereits Anfang April gesät werden.

Seit dem 19. April bremsen ein deutlicher Temperaturrückgang und größere Regenmengen den Fortschritt. Die Befahrbarkeit der Flächen ist aktuell eingeschränkt, und die weitere Bodenerwärmung stagniert. Für die noch ausstehenden Flächen ist aufgrund der kühlen Witterung vorerst mit einer Verzögerung der Aussaat und einer langsameren Keimung zu rechnen.

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