DMK feiert sein 70. Jubiläum

Gesellschaft

Bonn – „Zur Gründung des Deutschen Maiskomitees am Mittwoch, dem 18. Januar 1956, vorm. 10 Uhr in Wiesbaden, Kurhaus, gelber Salon, lade ich hiermit ein.“ Mit diesen schlichten Worten von Prof. Dr. Werner Schulze begann vor genau sieben Jahrzehnten eine Erfolgsgeschichte, die die deutsche Agrarlandschaft nachhaltig prägen sollte. Heute blickt das DMK auf 70 Jahre zurück, in denen aus einer Vision eine unverzichtbare Institution für Forschung, Züchtung und Praxis geworden ist.

Von der Pionierarbeit zur festen Größe

Die Wurzeln des DMK reichen bis ins Jahr 1950 zurück, als die „Arbeitsgemeinschaft Hybridmais“ antrat, um die US-amerikanischen Erfolge in der Maiszüchtung nach Deutschland zu bringen. Was im „Gelben Salon“ in Wiesbaden offiziell besiegelt wurde, entwickelte sich schnell zu einer dynamischen Organisation. Ziel war es, den Maisanbau durch moderne Sorten und fundierte Beratung in Deutschland zu etablieren.

Die Teilnehmerliste der Gründungsveranstaltung – besetzt mit Vertretern aus Ministerien, Landwirtschaftskammern, Verbänden und der Wissenschaft – unterstrich bereits damals die enormen Erwartungen, die in die Kulturpflanze Mais gesetzt wurden.

Meilensteine der Entwicklung

Während in den Anfangsjahren der Saatmaisimport und die Etablierung der Hybridzüchtung im Fokus standen, wuchsen mit der Anbaufläche auch die Aufgaben. Ein entscheidender Wendepunkt war der 26. September 1972: In Nienburg wurde ein neues Konzept verabschiedet, das die Einrichtung einer eigenen Geschäftsstelle, die Berufung eines hauptamtlichen Geschäftsführers und die Bildung spezialisierter Fachausschüsse vorsah. Damit wurde das Fundament für die heutige professionelle Verbandsstruktur gelegt.

Innovation aus Tradition: Expertise für die Herausforderungen von morgen

Prof. Dr. Enno Bahrs, Vorsitzender des DMK, ordnet die Bedeutung des Jubiläums ein: „70 Jahre DMK sind 70 Jahre Innovationskraft und fachübergreifender Dialog. Was 1956 als Pionierprojekt begann, ist heute eine moderne Plattform, die Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis vereint. Unsere Aufgabe hat sich dabei stetig weiterentwickelt: Heute geht es nicht mehr nur um Ertragssteigerung, sondern um die Rolle des Maises in der Klimaanpassung, der Biodiversität und der Bioökonomie. Wir sind stolz darauf, seit sieben Jahrzehnten die Stimme des Maises – und seit 2012 auch des Sorghums – in Deutschland zu sein.“

Blick in die Zukunft

Heute ist das Deutsche Maiskomitee als eingetragener Verein ein Netzwerk für alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette. Mit der Erweiterung des Aufgabenbereichs um Sorghum im Jahr 2012 hat das DMK frühzeitig auf den Bedarf nach trockenheitstoleranten Alternativen reagiert. Auch nach 70 Jahren bleibt der Kern der Arbeit aktuell: Die Förderung eines nachhaltigen, wissenschaftlich fundierten Maisanbaus und dessen effiziente Verwertung. Um den komplexen agrarpolitischen Herausforderungen der Gegenwart noch wirkungsvoller zu begegnen, strebt das DMK künftig den Auf- und Ausbau einer starken Verbändeallianz an. Durch diese vertiefte Zusammenarbeit mit Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette sollen die zentralen Themen des Sektors gebündelt und gegenüber der Politik mit noch stärkerer Stimme platziert werden.

 

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