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Kommentar der Ausgabe 03/06

AN DEN RICHTIGEN STELLSCHRAUBEN DREHEN


Werner Buchner, Bonn


Wenngleich die unabweisbaren und zukünftig vermutlich häufiger auftretenden Witterungsextreme, sei es das Trockenjahr 2003 oder das wiederum kalte Frühjahr 2006, kurzfristige Anbauentscheidungen erfordern, so setzt eine kostengünstige Maisproduktion doch ein Denken im Rahmen einer nachhaltigen Fruchtfolgeplanung voraus. Um die gerade in Trockenzeiten überlebenswichtige enorme Wurzelleistung des Maises nicht durch Bodenverdichtungen zu beeinträchtigen, ist der Aufbau eines stabilen Bodengefüges mit hoher Tragfähigkeit unerlässlich.

Das in seiner Leistungsfähigkeit vielfach unterschätzte bis zu 2,50 m tiefreichende Wurzelsystem muss zur vollen Entfaltung gebracht werden, um „Krisenzeiten“, insbesondere Trockenphasen zu überwinden und die an N-Sollwerten ausgerichtete Stickstoff-Düngung sowie den vielfach auf Prognosemodelle gestützten Pflanzenschutzmitteleinsatz kosteneffizient zu gestalten.

So zeigen neuere wissenschaftliche Untersuchungen, dass ein nur einwöchiger Wasserstress kurz nach dem Schossen den Maisertrag um mehr als 30 Prozent reduzierte.

Die besonders wärmeliebende C4-Pflanze Mais ist als Kurztagspflanze gegen Spätsaat genauso empfindlich wie gegen späte Fröste: der Spagat zwischen zu früher Saat in kalte Böden und der Gefahr, durch verspätete Aussaat „Temperatursumme“ zu verlieren, erfordert im Einklang mit dem Dünge- bzw. Güllemanagement schlagkräftiges und treffsicheres Handeln, gestützt auf durchaus verlässliche Wetterprognosen.

Empfehlungen zur Bestandesdichte nach Sortengruppen und Wasserversorgung der Böden tragen dazu bei, das Ertragspotenzial des Standortes optimal und damit kostensenkend auszuschöpfen.
Ein an den Umweltstandards der Cross-Compliance-Verpflichtungen ausgerichteter Maisanbau, der neben den Grundanforderungen der Betriebsführung die Erhaltung der Flächen in einem „guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand“ sicherstellt, ist unbedingte Voraussetzung zur Sicherung von Zahlungsansprüchen und damit eine tragende „Stellschraube“ zur Kostensenkung und Gewinnoptimierung.

Die in wissenschaftlicher Begleitforschung bundesweit erarbeiteten Verfahren der konservierenden Bodenbewirtschaftung und Fruchtfolgegestaltung, der verstärkte Einzug der Elektronik zur Unterstützung der Handlungskompetenz des Maschinenführers und die Nutzung satellitengestützter Felddaten tragen als Bausteine dazu bei – letzteres hat eindrucksvoll die AGRITECHNICA 2005 unterstrichen - Kostenführerschaft in der Maisproduktion zu realisieren.

 

Zitat: Ein an den Umweltstandards der Cross-Compliance-Verpflichtungen ausgerichteter Maisanbau ist unbedingte Voraussetzung zur Sicherung von Zahlungsansprüchen und damit eine tragende „Stellschraube“ zur Kostensenkung und Gewinnoptimierung.

 

Prof. Dr. Werner Buchner, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Endenicher Allee 60, 53115 Bonn, Tel,: 0228-7031350, Fax: 0228-7038289, E-Mail: werner.buchner@lwk.nrw.de

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