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Reifebestimmung - Praktische Tipps

Silomais

 

  • Bei einem übereinstimmenden TM-Gehalt der Gesamtpflanze können je nach Gewichtsanteil der verschiedenen vegetativen und generativen Bestandteile ganz unterschiedliche Reifegrade des Kolbens, der Körner und der Restpflanze vorliegen. Bei der Sortenwahl für die Nutzungsrichtung Silomais ist daher neben der Siloreifezahl die Abreife der einzelnen Fraktionen der Gesamtpflanze zu berücksichtigen. Die Abreife der Restpflanze ist des weiteren standortspezifischen Einflüssen unterworfen.
  • Der optimale Erntezeitpunkt für Silomais ist zudem vom zeitlichen Verlauf der Stärkebildung abhängig.
  • Standortbezogene und anbautechnische Einflüsse wie z.B. Trockenheit zur Abreife, Bestandesdichte und die Stickstoffdüngung sind zu berücksichtigen.

 

Die Einschätzung der Silomaisreife im Feld kann über die Prüfung der Kornfestigkeit, des Kolbenanteiles und der Restpflanzenabreife mit nachfolgender Tabelle beurteilt werden. Die Tabelle ist ebenfalls zum Download verfügbar.

 

Einschätzung Trockenmassegehalt (T) von Silomais

 

Korn
T %
Konsistenz des Korns
Trockenkolbenanteil
niedrig
40 %
 
Trockenkolbenanteil
mittel
50 %
 
Trockenkolbenanteil
hoch
60 %
T in Restpflanze (%)
T in Restpflanze (%)
T in Restpflanze (%)
18
22
26
18
22
26
18
22
26
grün
mittel
strohig
grün
mittel
strohig
grün
mittel
strohig
35
milchig-wässrig
21,4
24,6
27,5
22,5
25,4
27,9
23,7
26,2
28,3
40
milchig-teigförmig
22,3
25,8
29,0
23,8
27,0
29,8
25,4
28,3
30,7
45
teigartig ohne Saftaustritt
23,1
26,8
30,2
24,8
28,4
31,5
26,9
30,1
32,9
50
Korn teilweise fest
23,7
27,7
31,3
25,7
29,6
33,0
28,1
31,7
34,8
55
Korn überwiegend fest
24,2
28,4
32,2
26,5
30,6
34,2
29,2
33,1
36,5
60
Korn ist hart
24,6
28,9
32,9
27,1
31,4
35,3
30,2
34,4
38,0
(Oetjen, 1999)

 

Sie können diese Tabelle auch als PDF-Dokument downloaden (23 KB).

 

Das Deutsche Maiskomitee hat in Zusammenarbeit mit einigen Partnern ein Modell zur Bestimmung der Silomaisreife entwickelt, welches im Internet unter www.maisprog.de verfügbar ist. Diese Regionale Erntezeitprognose für Silomais ist seit 2005 öffentlich verfügbar und bietet dem Nutzer eine Schätzung des Abreifegrades von Silomais basierend auf den aktuellen und zurückliegenden Wetterdaten. Durch begleitende Versuche wird dieses Prognosemodell jedes Jahr optimiert.

 

Zur Bestimmung der Siloreife kann dieses Modell zusätzlich zur Beprobung auf dem Feld herangezogen werden und schon im voraus abschätzen, wann die Bestände die Erntereife erreichen.

 

Körnermais

  • Durch die nutzungsspezifische Reifebeschreibung auf der Basis des TM-Gehaltes des Kornes kann der Landwirt bei der Sortenwahl den Vor- bzw. Nachteil von Sorten mit früher bzw. später Abreife deutlich besser für seinen Standort kalkulieren als über die alte FAO-Zahl.
  • Frühe Sorten (niedrige Reifezahlen) bedeuten gegenüber späten Sorten (hohe Reifezahlen) in der Regel niedrigere Erträge bei geringeren Wassergehalten. Die Trocknungskosten sind niedriger und in der Folge die Marktleistung deutlich höher gegenüber späteren Sorten.
  • Späte Sorten bedeuten in der Regel höhere Kornerträge bei höheren Wassergehalten
  • Der Bruchkornanteil ist aufgrund der Beziehung zur Kornfeuchte bei frühen Sorten geringer als bei späten Sorten mit ungenügender Ausreife.

 

Reifezahl und Sortentyp

Aus dem Vergleich der Reifezahlen einer Sorte können Informationen über das Abreifeverhalten abgeleitet werden. Ist die Siloreifezahl höher als die Körnerreifezahl (z. B. S 250 > K 230), deutet dies auf einen in der Restpflanze länger grün bleibenden Sortentyp (Stay-green) hin. Im umgekehrten Fall (z. B. S 220 < K 240) reift die Restpflanze vergleichsweise rasch ab. Eine rasche Restpflanzenabreife kann die Folge natürlicher Reifeprozesse sein oder auch einer sortenspezifischen Anfälligkeit für Fusarium.

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